Shalom Salaam Peace

Die Zahl der Blogger, die derzeit ihre ganz speziellen Sichtweisen zum Gazakonflikt von sich geben, dürfte astronomisch hoch sein, doch sehen wir der Tatsache ins Auge, die meisten Kommentare sind ein ganz klein wenig einseitig.

Mir persönlich fällt es sehr schwer, in diesem Konflikt Partei zu ergreifen, doch will ich ehrlich sein: Ich denke, dass Israel Unterstützer und Freunde gut gebrauchen kann. 

Warum werde ich mich dennoch um ein ausgewogenes Bild bemühen? Die Antwort ist sehr einfach. Eine dauerhafte Friedenslösung wird kaum entstehen, wenn wir die Kategorien „Sieger“ und „Verlierer“ in diesem Konflikt nicht sehr schnell vergessen. Letzten Endes wird dieser Krieg, wie eigentlich alle anderen vor ihm, nur ein Ergebnis kennen: Verlierer. Mag Israel auch militärisch triumphieren, der Imageschaden ist, wie nach jeder israelischen Reaktion, enorm. Hamas mag den „Krieg der Bilder“, so manipulativ er auch ist, wohl gewinnen können, doch die selbstgesteckten Ziele erreicht man dadurch aller Voraussicht nach auch nicht. 

Das Ergebnis wird lauten, und diese Prognose bin ich jederzeit bereit zu verteidigen, mehr Hass und Unverständnis auf beiden Seiten. Schon heute schreiben Kommentatoren, die Israel und Palästina besser kennen, das wechselseitige Bild sei „Alle Leute in Gaza sind Terroristen“ bzw. „Alle Israelis wollen uns umbringen“.

Weiter so!

Warum verurteile ich Israels Militärschläge nun trotzdem nicht? Ein Frieden mit der Hamas scheint unter derzeitigen Voraussetzungen kaum möglich,allenfalls ein Waffenstillstand. Zitieren wir zu diesem Zweck einmal die Gründungscharta, zunächst Art. 13:

„[Peace] initiatives, the so-called peaceful solutions, and the international conferences to resolve the Palestinian problem, are all contrary to the beliefs of the Islamic Resistance Movement. For renouncing any part of Palestine means renouncing part of the religion; the nationalism of the Islamic Resistance Movement is part of its faith, the movement educates its members to adhere to its principles and to raise the banner of Allah over their homeland as they fight their Jihad: “Allah is the all-powerful, but most people are not aware.”“

Auch schön ist der Slogan, offiziell in Artikel 8 festgehalten: „Allah is its goal, the Prophet its model, the Qur’an its Constitution, Jihad its path and death f2or the case of Allah its most sublime belief.“

Zitiert nach: http://www.thejerusalemfund.org/www.thejerusalemfund.org/carryover/documents/charter.html?chocaid=397, eingesehen am 7.8.14.

Eine Lösung für den Nahost-Friedensprozeß sehe ich auf absehbare Zeit nicht, und auf keinen Fall mit Hamas. Israel hat mehrfach unter Beweis gestellt, dass die Besetzung nicht permanent aufrecht erhalten werden soll, zuletzt 2005. Das Resultat spricht für sich. Die menschenrectliche Situation ist katastrophal in Gaza, doch solange die Ressourcen hauptsächlich für den Kampf gegen Israel genutzt werden, ist eine Verbesserung höchst unwahrscheinlich.

Ich möchte keineswegs darüber hinwegsehen, dass es orthodoxe Zionisten gibt, die mit dem Siedlungsbau eine endgültige Vereinnahmung des Gebiets forcieren wollen, Fanatiker auf beiden Seiten machen eine Lösung sicherlich nicht leichter. Die Mehrheitsposition in beiden Ländern ist meiner Hoffnung nach jedoch eine andere. Was wären die Ideen?

Kleinprojekte mit Israelis und Palästinensern. Immer wieder versucht, auf lokaler Ebene eine Variante. 

Runder Tisch mit palästinensischen Vertretern, die Hamas die Stirn bieten wollen.

Aufbauhilfe für eine Zivilgeselschaft jenseits von Hamas

Humanitäre Hilfe aus Israel und Europa, nicht durch lokale Behörden zugeteilt

Lockerungen der Embargos für diese Hilfen

Liebe geht durch den Magen, Hoffnung braucht Perspektiven.

Eventuell könnte die Türkei als Vermittler zugunsten der Palästinenser auftreten, auch wenn die Regierung Erdogan sicher nicht als unvoreingenommener Partner im Dialog mit Israel gelten wird, einen Versuch wäre es wert. Die Aufnahme arabischer Staaten in eine solche Lösung ist zumindest schwierig. Israel müßte Partner suchen gehen. Ob das derzeit die politische Handlungsmaxime Nr. 1 ist… Ich bin skeptisch.

 

Frieden sei mit Euch.

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